๐—š๐—ฒ๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ถ๐—ฐ๐—ต๐˜๐˜€๐˜ƒ๐—ฒ๐—ฟ๐—ด๐—ฒ๐˜€๐˜€๐—ฒ๐—ป – ๐—ฏ๐—ฒ๐—น๐—ฒ๐—ถ๐—ฑ๐—ถ๐—ด๐—ฒ๐—ป๐—ฑ – ๐—ฒ๐—ต๐—ฟ๐—ฎ๐—ฏ๐˜€๐—ฐ๐—ต๐—ป๐—ฒ๐—ถ๐—ฑ๐—ฒ๐—ป๐—ฑ!

Armin Laschet hat in seiner Rede vor dem CSU-Parteitag in Nรผrnberg gesagt, dass die Sozialdemokraten „in allen Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte immer auf der falschen Seite standen“ und ausdrรผcklich vor einer mรถglichen Regierung von SPD, Grรผnen und Linkspartei gewarnt. „Es ist nicht egal, wer in der nรคchsten Regierung sitzt“, sagte Laschet auch. Da hat er allerdings recht.

Denn die Union sollte mindestens dieses Mal drauรŸen vor bleiben. Und das aus mehreren Grรผnden:
a. Nach derartigen ehrabschneidenden ร„uรŸerungen ist eine Zusammenarbeit – die GroKo ist ja immer noch eine der derzeit vier Regierungsoptionen – mit der Sozialdemokratie kaum noch vorstellbar. Kein Sozialdemokrat wird das, was Laschet am Samstag sagte, in einem Monat vergessen haben!
b. CDU und CSU fehlt das qualifizierte Personal zur Besetzung von Ministerรคmtern. Nicht ein einziger (Mรผller, CSU mal ausgenommen – und der darf nicht mehr antreten…) hat auch nur ansatzweise seine Aufgaben erfรผllt.
c. Lobbyismus und Selbstbereicherung in den Reihen der Union sind eklatant und kaum kurzfristig zu unterbinden.
d. Der „Frontmann“ hat nicht das Format, um als Regierungschef die Bundesrepublik stark in Europa und der Welt zu vertreten. Er glaubt wohl, das seien alles nur nette Fototermine…

Aber zurรผck zu den schlimmen ร„uรŸerungen. Laschet sollte mal betrachten, wo die CDU – auch die Ost-CDU im Nachkriegsdeutschland stand. Als Blockpartei und willfรคhriges Instrument der SED-Fรผhrung.

Laschet sollte mal schauen, wie lange sich die Union gegen wahre Integration von Flรผchtlingen gestellt hat – ausgenommen natรผrlich all die „Spรคtheimkehrer“, von denen man annehmen konnte, dass sie bei Helmut Kohl ihr Kreuzchen machen wรผrden.

Stand die Union an der Seite von Alleinerziehenden, von Schwulen und Lesben, Menschen anderer Anschauung vom Lebensentwurf als Vater, Mutter, Kind – mit Mutter am Herd?

Stand die Union bei all denjenigen, die im Ruhrgebiet vom Strukturwandel betroffen waren?

Wรคre die Union mit Bush jr. gemeinsam in den Irakkrieg gezogen?

Im Grunde ist รผberhaupt nicht klar, ob die Union รผberhaupt an jemandes Seite steht – oder nur abseits geraten ist – auf die Seite gestellt durch Blockierereien und Verhinderungen, Verzรถgerungen und Verwรคsserungen.

Und wenn sie sich mal medienwirksam an die Seite aller Mรผtter gestellt hat – die mehr Rente verdienten, weil es die Gesellschaft so durchweg sah, dann stellte sie sich gegen all diejenigen, die die Beitrรคge dafรผr zu erwirtschaften hatten – die Millionen ArbeitnehmerInnen – anstatt das als gesamtgesellschaftliches Ding auch รผber die Gesamtgesellschaft zu finanzieren!

Merkels Politik trรคgt jetzt ungeahnte Frรผchte! Alle sind weggebissen und -gelobt. Niemand aus den eigenen Reihen muss fรผr Fehlverhalten oder Nichtstun die Kritik oder ums Amt fรผrchten.

Was รผbrig geblieben ist in diesem Kanzlerwahlverein ist trauriges MittelmaรŸ, sind Selbstdarsteller und etliche aus dem Kreis der Ewiggestrigen.

Und dann ist da noch das nirgends wirklich abgestellte Schielen eines so manchen hin zu den Blau-Roten. Weil dort die kรผnftig Mรถglichkeit besteht, die konservativ-reaktionรคre Politik, wie sie sie gern durchgezogen, welche die SPD allerdings in aller Breite verhindert hat, wiederaufleben zu lassen, die eigenen Pfrรผnde doch noch zu sichern, die Republik zu kapern und alle arbeitenden Menschen zu „Sklaven“ ihrer Politik zu machen.

Ich bin mir sicher, dass eine Mehrheit im Wahlvolk das durchschaut hat. Manch einer mehr wรคhlt doch wieder sozialdemokratisch. Aber viele eben nicht mehr die Union – Noch nicht einmal mehr in Bayern die CSU, die dort unter 30 Prozent gefallen ist.

Es gibt also Hoffnung fรผr eine andere Politik – ich will nicht sagen „linke“ – denn ich halte angesichts der existenziellen Lรคngsschnittsthemen nichts mehr von dieser Einteilung.

Es ist mรถglich, abseits der Union eine Politik zu verabreden, die die Menschen im Zentrum hรคlt, aber auch nicht die Wirtschaft verprellt – wie es frรผher oftmals war. Es wird keine groรŸen Abwanderungsbewegungen von Unternehmen mehr ins Ausland geben, wenn die SPD den Kanzler stellt.

๐—˜๐˜€ ๐—ด๐—ถ๐—ฏ๐˜ ๐—›๐—ผ๐—ณ๐—ณ๐—ป๐˜‚๐—ป๐—ด!